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»Wir müssen lernen, damit umzugehen!«

Das Thema »Künstliche Intelligenz« hat hierzulande in der erweiterten Kulturszene eher erwartbar konservative Meinungen hervorgebracht. Statt sich überhaupt mal in die Lage einer potentiellen Fähigkeit zu versetzen, benennen zu können, warum ein Live-Event in den Feldern Sprechtheater, Konzert, Musiktheater oder Performance auf ewig unersetzbar ist, wird »auf Maschinen« verwiesen, die ja »keine Seele« hätten. Dabei […]

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Große Räume, kleine Räume

Gewaltige Distanzen kann man an einem ganz normalen Berliner Konzertsonntagnachmittag zurücklegen: etwa von der nicht ersten, aber ersten bedeutenden Oper der Musikgeschichte direkt rüber zu einem intimen Kammerkonzert mit feiner Gegenwartsmusik von sage und schreibe acht verschiedenen Komponisten. Eine Viertelstunde per S-Bahn und Tram, vom Tiergarten in die Prenzlberger Kastanienallee; nicht nur musikalische Welten. Und […]

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Da draußen ist was

Am Ende bleibt er mit seiner Knickhalslaute unten im Graben sitzen, bei den Musikern der Kapelle. Packt schon mal die Noten zusammen, fertig zum Abmarsch. Vom Rang aus ist der Ud-Spieler Nassib Ahmadieh gut zu sehen. Vielleicht hatte man, aus Gründen der Abendspielleitungsroutine, schlicht vergessen, ihn auf die Bühne zu holen, ins Licht, wo all […]

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»Ich konnte Tränen nicht zurückhalten, auch wenn es sich nicht gehört, bei der Aufführung des eigenen Werks zu weinen.«

Meine Begeisterung für die Musik der ukrainischen Komponistin Olena Ilnytska entstand unerwartet. Zuerst war es eine virtuelle Bekanntschaft: Ich habe abends Aufnahmen ihrer Musik auf YouTube gehört und durch ihre Noten geblättert. Ihre musikalische Welt ist vielfältig gefühlvoll, philosophisch, gekonnt instrumentiert, verständlich und trotz der technischen Komplexität assoziationsreich – Chopin, Mahler, Bach, Ligeti, Xenakis, Terterian […]

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​​Baum und Raum

Kaum eine Komponistin, kaum ein Komponist schreibt gerne für die Schublade. Vor allem nicht, wenn es um das Genre Oper geht. Viel Arbeit, viel Zeit, viele Gedanken: Im besten Fall macht eine neu komponierte Oper ihren Weg in verschiedene Länder, Städte – auf die Bühnen. So, dass es nicht nur bei der Uraufführung bleibt. Viele […]

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»Wenn es eine Krise gibt, dann liegt die vielleicht woanders.«

Der Musikwissenschaftler Björn Gottstein war Vorstandsvorsitzender der Initiative Neue Musik Berlin, Organisator und Kurator zahlreicher Neue-Musik-Projekte, Redakteur für Neue Musik beim SWR in Stuttgart und von 2015 bis 2022 Künstlerischer Leiter der Donaueschinger Musiktage. Aktuell ist er Sekretär des Kuratoriums der Ernst von Siemens Musikstiftung, die im schweizerischen Zug ihren Hauptsitz hat. 2023 feierte die […]

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Hosen runter

Jede Oper handelt von Liebe. Es muss nicht unbedingt die wahre sein. Es gibt sogar Ausnahmen, berühmte Stücke, in denen es hauptsächlich um Verrat, Verbrechen, Elend, Machtgier, Krieg und Intrige geht und kein Liebespaar auftritt, wie, zum Beispiel, Joseph et ses frères von Étienne-Nicolas Méhul oder Aus einem Totenhaus von Leoš Janáček. Aber selbst in […]

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Herbstwaldrand

Manchmal können »innovative Konzertformate« doch von absolut sympathischer Schnörkellosigkeit sein: etwa, indem ganz simpel zwei grundverschiedene Werke einander gegenübergestellt werden, die hirnverknotenderweise zur selben Zeit entstanden. 1970 war das Jahr, in dem jenseits des Atlantischen Ozeans eine Deutsche namens Christa Päffgen alias »Nico« gemeinsam mit John Cale das höchst eigenartige Album Desertshore gebar und diesseits […]

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Keine Hoffnung für die Ameise

Da sitzen wir wieder im Halbdunkel zusammen unter lauter Freundinnen und Freunden. Draußen ist Krieg. Drinnen Abschlusskonzert. In der Baarsporthalle breitet sich, im hundertdritten Jahr seit Gründung der Donaueschinger Musiktage, unisonohaftes Einvernehmen aus. Alles gefällt allen, irgendwie. Grabenkämpfe waren vorgestern. Keine Absagen, keine Polemiken, keine Pannen. Stattdessen: Friede, Freude, Achtsamkeit. Es ist kaum auszuhalten. In […]

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Gebrochene Schönheit

In den Werken des irischen Komponisten Donnacha Dennehy klingen sowohl die Harmonien der französischen Spektralisten als auch die treibenden Rhythmen des amerikanischen Minimalismus an. Aus der Verbindung dieser oft als gegensätzlich verstandenen Genres (deren Akteur:innen der  jeweils anderen Seite für gewöhnlich mit Geringschätzung begegnen) schafft Dennehy ein geradezu hypnotisch fesselndes Ganzes. Ich erreiche den Komponisten […]

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