In den Werken des irischen Komponisten Donnacha Dennehy klingen sowohl die Harmonien der französischen Spektralisten als auch die treibenden Rhythmen des amerikanischen Minimalismus an. Aus der Verbindung dieser oft als gegensätzlich verstandenen Genres (deren Akteur:innen der jeweils anderen Seite für gewöhnlich mit Geringschätzung begegnen) schafft Dennehy ein geradezu hypnotisch fesselndes Ganzes. Ich erreiche den Komponisten zuhause in Princeton, wo er Komposition unterrichtet. Dennehy offenbart sich am Telefon als gleichermaßen einnehmender wie selbstironischer Gesprächspartner.
VAN: Ihr neues Violinkonzert, das Sie für Augustin Hadelich geschrieben haben, wird am 7. September beim Musikfest zu hören sein …
Donnacha Dennehy: Ich freue mich schon sehr drauf! Ich reise extra dafür an. Ich habe mir bisher alle Aufführungen angehört, weil ich nach jeder immer noch kleine Änderungen mache. Aber jetzt denke ich, dass ich fertig bin. Darum komme ich auch vorbei: damit ich sicher sein kann, dass ich fertig bin. [lacht]

