Das Thema »Künstliche Intelligenz« hat hierzulande in der erweiterten Kulturszene eher erwartbar konservative Meinungen hervorgebracht. Statt sich überhaupt mal in die Lage einer potentiellen Fähigkeit zu versetzen, benennen zu können, warum ein Live-Event in den Feldern Sprechtheater, Konzert, Musiktheater oder Performance auf ewig unersetzbar ist, wird »auf Maschinen« verwiesen, die ja »keine Seele« hätten.

Dabei ist es im Grunde einfach: Menschen werden immer das Live-Event mit echten Menschen aufsuchen; eben, weil sie den Moment im Hier und Jetzt anhand eines vergleichbaren Mediums – sprich: mittels eines authentischen anderen Individuums – wollen. Wir nehmen eventuelle Fehler in Kauf, sind vielleicht sogar manchmal heilfroh, dass fleißige Profis auch »nur« Menschen sind. Man ist real anwesend – mit dem Gefühl, etwas mit anderen Menschen, mit anderen liebenswürdig fragilen, empathischen Zeitgenossen – zu tun gehabt zu haben.

Um künstliche Intelligenz (KI) geht es auch in dem neuen Musiktheater von Komponistin Dariya Maminova und Christiane Mudra (Konzept, Recherche, Text und Inszenierung), das am 17. Februar 2024 in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin Uraufführung feierte.


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.