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Ohne Zwangsumarmung.

Viele haben schon über die Musik Beethovens salbadert – und werden es wieder tun; vor allem im Jahr 2020. Manche werden wieder allen Ernstes schreiben: »2020 hätte Beethoven seinen 250. Geburtstag gefeiert.« Als hätte er jemals die Chance gehabt, 250 Lenzen zu zählen! Todesschwadronieren à la Adrian Leverkühn kann fürderhin die Lösung nicht sein. Thomas […]

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Go home, Glenn.

Hier beginnt dieser Text. Stets sind es Anfänge, die wichtig sind. (Fail.) Anfänge von Texten, Anfänge von Reden, Anfänge von musikalischen Werken. Der Vollidiot, der »mal bei einer Werbeagentur gearbeitet« hat, spricht wohl von »catchy«. So der Beginn von Peter Tschaikowskys erstem Klavierkonzert oder von Also sprach Zarathustra von Richard Strauss, obwohl noch weniger »Melodie« […]

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Musik gewordene Ungewissheit.

Franz Schuberts Unvollendete genannte Sinfonie h-Moll D 759 aus dem Jahr 1822 ist neben Mozarts Requiem KV 626 (1791) das wohl bekannteste Musikfragment aller Zeiten. Mag uns allein der Begriff »unvollendet« zunächst mit Traurigkeit umgeben, so ist zu bedenken, dass eben jenes »Fragmentarische« Schuberts für gleich mehrere Generationen von zeitgenössischen Komponisten im 20. und noch […]

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Pathétique.

Tschaikowskys sechste und letzte Sinfonie trägt den programmatischen Untertitel Pathétique. Tatsächlich hatte Tschaikowsky noch 1892, also ein Jahr vor der Entstehung der Sechsten, eine Sinfonie skizziert, die sogar eine programmatische Übertitelung jedes einzelnen Satzes vorsah: Tod, Liebe, Enttäuschung und Sterben. Seinem geliebten Neffen Wladimir »Bobik« Dawidow, der Widmungsträger der Sinfonie und schließlich Tschaikowskys Universalerbe wurde, […]

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Durchaus ohne Parodie

Ich treffe Anna Lucia Richter kurz vor Weihnachten in Hamburg, wo sie in den kommenden Tagen innerhalb von 48 Stunden fünf Mal im Michel das Weihnachtsoratorium singen wird. Wir haben uns für den Aufnahmenvergleich im resonanzraum am Hochbunker an der Feldstraße in St. Pauli verabredet. Richter hat ihre Partitur der Vierten mitgebracht, in der sie […]

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Fängt mit Feuer an und endet mit Feuer.

»Or sai chi l’onore«. Ein Aufnahmenvergleich mit der Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller Text · Titelbild Francisco Peralta Torrejón (CC-BY-SA 4.0)· Datum 8.11.2017 Ich treffe Hanna-Elisabeth Müller an einem sonnigen Oktobervormittag im Künstlerzimmer der Berliner Philharmonie. Später beginnen hier die Proben für Brahms Deutsches Requiem mit Yannick Nézet-Séguin und den Berliner Philharmonikern. Für die vierte Ausgabe des […]

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Ich höre ihn, ich höre ihn

Im Frühsommer 1923 besucht der belgische Komponist Eugène Ysaÿe ein Konzertrezital des 30-jährigen Geigers Joseph Szigeti. Ein Jahr zuvor war er von einem vierjährigen Aufenthalt in den USA zurückgekehrt und fand sich jetzt an der Peripherie des europäischen Musiklebens wieder. Seine eigene Karriere als größter Geiger seiner Zeit, der, wie sein Kollege Carl Flesch später […]

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Aufnahmenvergleich

Titelfoto Sam Hawley (CC) Thema Einhundertfünfundzwanzig Jahre ist es her, dass der dreizenjährige Pau Casals in der Altstadt Barcelonas umherschlendert und in einem Musikantiquariat am Hafen eine Partitur von Bachs Solosuiten für Cello entdeckt. In seinen Memoiren schreibt er später: »Ich durchwühlte gerade einen Stoß Musikalien, als mir plötzlich ein Bündel zerfledderter und stockfleckiger Notenblätter […]

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