Viele haben schon über die Musik Beethovens salbadert – und werden es wieder tun; vor allem im Jahr 2020. Manche werden wieder allen Ernstes schreiben: »2020 hätte Beethoven seinen 250. Geburtstag gefeiert.« Als hätte er jemals die Chance gehabt, 250 Lenzen zu zählen! Todesschwadronieren à la Adrian Leverkühn kann fürderhin die Lösung nicht sein. Thomas Mann ist – ja, auch im Doktor Faustus (1943–47) – ein furchtbarer Schriftsteller und wird hierzulande wegen seiner peinigenden Art und Weise, selbstzerstörerische Familientragik, pädophile Knabenbetrachtung und norddeutsche Landschaftslangeweile kombiniert zu haben, bis heute unverständlicherweise geschätzt. Hier läuft überhaupt etwas schief. Wir trauen uns nicht, Neues über alte Werke zu schreiben; immer in der typischen Klassikangst, Kollegen zu verprellen, als verrückt erklärt zu werden oder, dass ich nicht lache, der Musik zu »schaden«. Dann bleibt doch normal – und findet weiterhin Thomas Mann gut! Beethoven hätte euch verachtet!


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.