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besser bockig

Doppelbödigkeit, Wankelmut, die Zweiheit in der Einheit… Schöpfer von Musik umgibt seit jeher die Aura des Zwiespältigen: Gut oder Böse? Freund oder Feind? Geliebter oder Totschläger? Göttliche Vokalmusik komponierte der Eifersuchtsmörder seiner Frau Carlo Gesualdo. Ludwig van Beethoven galt als Misanthrop, der Schiller-Schlusschor seiner neunten Symphonie dagegen als menschheitsumarmende Vision einer besseren Welt. Franz Liszt […]

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»Anbetung: jetzt!«

Felix Mendelssohn Bartholdys Musik ist, so kann man sagen, die perfekte Kombination von Barock, Klassik und Romantik: die von Bach gelernte Kontrapunktik, dessen großangelegtes geistliches Drama in eigener Ausformung (gipfelnd in Paulus und Elias), die beseelte Spritzigkeit, der melodiöse Feinsinn Mozarts und emotionale Ausbrüche à la Schumann – nur weniger (lieb gemeint) wirr; als Teil […]

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Durch die Brahmsverwobenheit georgelt

Johann Jakob Brahms (1806–1872) spielte, hauptsächlich in Tanzlokalen Hamburgs, Kontrabass und Horn, um das Leben seiner nicht gerade wohlhabenden Familie zu finanzieren. Sein 1833 geborener Sohn Johannes erhielt mit sieben Jahren erste Unterrichtsstunden am Klavier, hinzu kamen Unterweisungen im Violoncellospiel. Horn, Kontrabass und Klavier wurden – vielleicht bisher weniger beachtet – auf eine Weise zu […]

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Nebelverhangenheitspoesiealbumstext

Der Blick zurück. Das Abschiedswinken. Die Rückschau auf ein Leben; auf das eigene, auf das von anderen; auf eine durch Tod oder Trennung – was ist eigentlich schmerzlicher? – beendete Liebesbeziehung. Der Ärger über die Formulierung »Bis dass der Tod euch scheidet«. Als bedeute der Tod des oder der Geliebten wirklich »Trennung«, geschweige denn »Scheidung«. […]

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Das Borderline-Scherzo

Meist war das Scherzo der Underdog eines viersätzigen Werkes in Sonatenhauptsatzform, also beispielsweise innerhalb einer Symphonie, eines Streichquartetts oder einer Klaviersonate. Meist kurz, in einem stets schnellen, manchmal gar wilden, zumindest lebhaften Dreier- oder Sechser-Takt. Scherzo – der ewige dritte Satz; der nicht sehr lang bleibende – nicht so sehr geliebte – Bruder, der durchaus […]

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Das wohlpanierte Clavier

Seien wir mal ehrlich. Richard Strauss ist gepimpter Richard Wagner. Und Sergei Rachmaninows Werke irgendwie ein »Frédéric Chopin 2.0«. Klingt schlimm, ist aber so. Und gar nicht böse gemeint! Strauss plusterte die Tonsprache der Musikdramen Wagners, die Leitmotivtechnik übernehmend, auf – und machte das Ganze für das Orchester noch vertrackter, derweil die Sänger*innen ähnliche Schwierigkeiten […]

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Berührend ehrlich und völlig humorlos

»Symphonie« und »Etüde« im Titel zusammenbringen: Das bringt/birgt den fast größten immanent musikalischen Widerspruch mit/in sich. Die Symphonie: Krone der absolutinstrumentalen Schöpfung. Die Etüde: nichtmusikgewordene Terrorherrschaft über alle Klaviersklav*innen zwanzig vergangener Jahrzehnte. Mit dem folgenden Zeilenumbruch beziehungsweise Absatz gedenken wir all jenen Pianist*innen, die mit Carl Czernys Nerv-Etüden aus der Schule der Geläufigkeit traumatisiert, geschunden […]

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Weltraummüll

Mozarts Jupiter-Symphonie im Aufnahmenvergleich. Text · Titelbild WikiImages via Pixabay (Creative Commons) · Datum 22.5.2019 Wie viele andere populäre Symphonie- oder Sonatenbeinamen – man denke an die teils skurrilen Spitznamen für einige der über hundert Symphonien Joseph Haydns – stammen weder der im 19. Jahrhundert gebräuchliche Untertitel Symphonie mit der Schlussfuge noch das sich bis […]

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»Wagnérisme, quelle horreur!«

»Du winziger Wicht! Wagner hat alles schon geschaffen!« So oder so ähnlich hat wahrscheinlich Claude Debussy gedacht. Gekämpft hat er mit dem Wagnérisme, sich aber irgendwann dann doch davon freigemacht. Wie klingt diese Loslösung? Tatsächlich haben viele französische Komponist*innen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts unter Wagner insofern gelitten, als dass sie ihn […]

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Von guten Längen geborgen.

»8. Dezember 1826 (Mariä Empfängnis): Ich begab mich um 8 ½ Uhr zu Spaun. […] Dann kam Schubert und spielte ein herrliches, aber melancholisches Stück von seiner Komposition. […] Endlich soupierte man herrlich. Alles war sehr lebhaft und aufgeweckt. Zuletzt fing alles an zu rauchen. […] Um 12 ¾ trennte man sich.« Diese Worte des […]

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