Ein Interview über den Video-Livestream der Elbphilharmonie
Zu den ersten Tönen von Gershwins Rhapsody in Blue, gespielt von Anima Eterna Brugge in der Elbphilharmonie, legt sich Susana erstmal in die Badewanne. Anja schreibt eine weitere Postkarte, Petra strickt, Axel sitzt andächtig im Sessel, Matthias im Bus, Elke trinkt Wein, Astrid Wasser und Kat heult, weil es so schön ist. All das passiert gleichzeitig, in Deutschland, in Dänemark und vor allem auf Facebook, wo die Elbphilharmonie eine Liveschaltung aus dem Konzertsaal streamt. Bilanz am Ende des Konzerts: 559 Kommentare, insgesamt über 2.000 Likes, gut 250 Herzchen. »Sehr früh haben wir von der Stadt den Auftrag bekommen, dass die Elbphilharmonie für alle Hamburger zugänglich sein soll, und Streaming ist ein guter Weg, die Inhalte nach draußen zu tragen«, erklärt mir Philipp Stein, der persönliche Referent des Generalintendanten der Elbphilharmonie, der aktuell für die Livestreams des Hauses verantwortlich ist. Dabei kommt das Facebook-Publikum den Kommentaren nach nicht nur aus Hamburg, sondern auch aus Berlin, Vechta, Sassenberg, Athen, Ostfriesland, dem Schwarzwald, Flensburg, Paris, Duisburg, Weimar, der Bretagne, Bielefeld, dem Baselland, Bad Kreuznach, Paraguay, Köln, Karlsruhe, Dänemark, vom Starnberger See, aus Krefeld, Wiesbaden, Stuttgart, Ulm, Braunatal, Kassel, Freiburg, Ludwigslust, Wien, Sankt Petersburg, Minden, Mannheim, Graz, Schleswig, dem Sauerland, Braunlage, Polen und Mexiko. Nicht nur über Facebook, sondern auch auf Youtube und über die eigene Website streamt die Elbphilharmonie ausgewählte Konzerte aus sämtlichen Sparten (Klassik, Pop, Jazz, kleine Ensembles und große Orchester), alles mithilfe kleiner, unauffällig im Saal angebrachter Panasonic-Kameras – einem Modell, das eigentlich eher aus dem Überwachungsbereich kommt, aber lichtstark und sehr genau fernzusteuern ist. Wie genau das funktioniert, bespreche ich mit Philipp Stein am Telefon.

