Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Weltraummüll

Mozarts Jupiter-Symphonie im Aufnahmenvergleich. Text · Titelbild WikiImages via Pixabay (Creative Commons) · Datum 22.5.2019 Wie viele andere populäre Symphonie- oder Sonatenbeinamen – man denke an die teils skurrilen Spitznamen für einige der über hundert Symphonien Joseph Haydns – stammen weder der im 19. Jahrhundert gebräuchliche Untertitel Symphonie mit der Schlussfuge noch das sich bis […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

»Wagnérisme, quelle horreur!«

»Du winziger Wicht! Wagner hat alles schon geschaffen!« So oder so ähnlich hat wahrscheinlich Claude Debussy gedacht. Gekämpft hat er mit dem Wagnérisme, sich aber irgendwann dann doch davon freigemacht. Wie klingt diese Loslösung? Tatsächlich haben viele französische Komponist*innen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts unter Wagner insofern gelitten, als dass sie ihn […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Von guten Längen geborgen.

Schuberts G-Dur-Sonate hören mit Arno Lücker. Text · Titelbild ZEISS Microscopy (CC BY-NC-ND 2.0) · Datum 20.3.2019 »8. Dezember 1826 (Mariä Empfängnis): Ich begab mich um 8 ½ Uhr zu Spaun. […] Dann kam Schubert und spielte ein herrliches, aber melancholisches Stück von seiner Komposition. […] Endlich soupierte man herrlich. Alles war sehr lebhaft und […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Ohne Zwangsumarmung.

Viele haben schon über die Musik Beethovens salbadert – und werden es wieder tun; vor allem im Jahr 2020. Manche werden wieder allen Ernstes schreiben: »2020 hätte Beethoven seinen 250. Geburtstag gefeiert.« Als hätte er jemals die Chance gehabt, 250 Lenzen zu zählen! Todesschwadronieren à la Adrian Leverkühn kann fürderhin die Lösung nicht sein. Thomas […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Go home, Glenn.

Hier beginnt dieser Text. Stets sind es Anfänge, die wichtig sind. (Fail.) Anfänge von Texten, Anfänge von Reden, Anfänge von musikalischen Werken. Der Vollidiot, der »mal bei einer Werbeagentur gearbeitet« hat, spricht wohl von »catchy«. So der Beginn von Peter Tschaikowskys erstem Klavierkonzert oder von Also sprach Zarathustra von Richard Strauss, obwohl noch weniger »Melodie« […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Musik gewordene Ungewissheit.

Franz Schuberts Unvollendete genannte Sinfonie h-Moll D 759 aus dem Jahr 1822 ist neben Mozarts Requiem KV 626 (1791) das wohl bekannteste Musikfragment aller Zeiten. Mag uns allein der Begriff »unvollendet« zunächst mit Traurigkeit umgeben, so ist zu bedenken, dass eben jenes »Fragmentarische« Schuberts für gleich mehrere Generationen von zeitgenössischen Komponisten im 20. und noch […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Pathétique.

Tschaikowskys sechste und letzte Sinfonie trägt den programmatischen Untertitel Pathétique. Tatsächlich hatte Tschaikowsky noch 1892, also ein Jahr vor der Entstehung der Sechsten, eine Sinfonie skizziert, die sogar eine programmatische Übertitelung jedes einzelnen Satzes vorsah: Tod, Liebe, Enttäuschung und Sterben. Seinem geliebten Neffen Wladimir »Bobik« Dawidow, der Widmungsträger der Sinfonie und schließlich Tschaikowskys Universalerbe wurde, […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Stricken mit Schostakowitsch, baden mit Brahms

Ein Interview über den Video-Livestream der Elbphilharmonie Text · Fotos © · Datum 25.4.2018 Zu den ersten Tönen von Gershwins Rhapsody in Blue, gespielt von Anima Eterna Brugge in der Elbphilharmonie, legt sich Susana erstmal in die Badewanne. Anja schreibt eine weitere Postkarte, Petra strickt, Axel sitzt andächtig im Sessel, Matthias im Bus, Elke trinkt […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Durchaus ohne Parodie

Ich treffe Anna Lucia Richter kurz vor Weihnachten in Hamburg, wo sie in den kommenden Tagen innerhalb von 48 Stunden fünf Mal im Michel das Weihnachtsoratorium singen wird. Wir haben uns für den Aufnahmenvergleich im resonanzraum am Hochbunker an der Feldstraße in St. Pauli verabredet. Richter hat ihre Partitur der Vierten mitgebracht, in der sie […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

Fängt mit Feuer an und endet mit Feuer.

»Or sai chi l’onore«. Ein Aufnahmenvergleich mit der Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller Text · Titelbild Francisco Peralta Torrejón (CC-BY-SA 4.0)· Datum 8.11.2017 Ich treffe Hanna-Elisabeth Müller an einem sonnigen Oktobervormittag im Künstlerzimmer der Berliner Philharmonie. Später beginnen hier die Proben für Brahms Deutsches Requiem mit Yannick Nézet-Séguin und den Berliner Philharmonikern. Für die vierte Ausgabe des […]