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Gralsritter der Kokosnuss

An den Moment der Gralsenthüllung darf man hier, in der Stadt des weltberühmten Genter Altars, der ursprünglich nur dreimal im Jahr zu den höchsten christlichen Festen geöffnet wurde (eine überwältigende Wirkung muss das gewesen sein), wohl die allerhöchsten Erwartungen haben. Doch im Genter Opernhaus – das mit dem dortigen Musikfestival nichts zu tun hat – […]

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Als der Haderlump noch ritterlich war

Nicht gerade einfacher geworden, über Falstaff zu lachen in einer Zeit, in der ein moralloser Molch nicht in der Themse und im Spott landet, sondern beispielsweise Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird. Andererseits könnte einen dieser Falstaff natürlich auch anderer, vielleicht bloß vorgestellter Zeiten gemahnen, als Halunkerei und Ritterlichkeit einander nicht ausschlossen: einschließlich der […]

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Eucharistie auf LSD

Die heißeste finnisch-holländische Verbindung seit Jari Litmanen bei Ajax Amsterdam sind Klaus Mäkelä und das Concertgebouworkest. Wenn der designierte Chefdirigent mit seinem künftigen Orchester auftritt (offizieller Leiter wird er erst 2027), dann wird Energie aus jeder Klangpore spürbar. Schön ist es, wenn Mäkelä jetzt bei seinem Auftritt in der Berliner Philharmonie das Orchester mal nicht […]

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Nornen im Kinderzimmer

Ein ausgesprochen vernünftiger, dennoch häufig missachteter Gedanke ist es, den Matthias Davids, Regisseur der diesjährigen Bayreuth-Premiere, im Münchner Merkur-Interviewformulierte: »Man sollte als Regisseur ehrlich zu sich und dem Publikum sein, denn wirklich clever ist man nur, wenn man die clevere Idee auch wieder verwirft, wenn sie nicht trägt.« Davids’ redlich poppige, nicht unsympathische, etwas harmlose […]

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Großgoldformat und mystisches Phlegma

Passt irgendwie zu diesem geduldigen Komponisten, dass einer der Höhepunkte seines Jubiläums sich erst im neunzehnten Monat des Gedenkjahrs ereignet. Denn die Musik des 1924 gestorbenen Gabriel Fauré eilt und drängelt niemals, sie pressiert nicht, rechtet nicht – sie fließt einfach konzentriert dahin. Eine liebenswerte Qualität, die ihren Urheber zugegeben nicht gerade zum Musiktheater prädestinierte. […]

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Ausgeabert!

Nicht nur der Lärm selbst ist eine der schwersten Alltagslasten, sondern auch und mehr noch extrem ruhebedürftige Menschen; der Autor dieser Zeilen (wie Kritiker in Deutschland statt »ich« sagen) spricht aus Erfahrung. Daneben gibt es aber bekanntlich auch Menschen, für die zu den größten Krachplagen überhaupt zählt: Oper, zumal solche von Strauss. Diese Plage ist […]

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Meine Tochter nümmermehr

Festivalzeit ist Antifestivalzeit. Manch einer begeht sein privates Antifestival, indem er einfach nicht zum Raven ins vorpommerische Ferdinandshof oder zum Abwagnern nach Bayreuth juckelt. Andere gehen ihr Anti dagegen frontaler an: Seit 2019 stänkerte das »anarchische, inklusive Musik- und Theater-Festival« BERLIN is not schon mehrfach gegen die Bayreuther Festspiele, in diesem Jahr ist Salzburg dran, […]

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Rudelbildung und Ratlosigkeit

Es gibt viele Arten, den Meeresboden des Repertoires aufzuwühlen. Zwei sehr gegensätzliche waren am vergangenen Wochenende zu erleben: Einerseits beim Orchester Stegreif, indem von Klassikern der Klassik ausgehend wild-frei drauflos gespielt wird. Andererseits mit Christian Thielemann, der ein paar Lieblingswerke hat, die einen berühmten Komponistennamen tragen, die aber nie eine Sau spielt – außer eben […]

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Ototoĩ pópoi dã, du synekdochische Wimper!

Welche Art Musik braucht es für einen Raum mit über 1.300 Plätzen, ja gar fast 1.900 Plätzen? Zwei Versuche sind zu erleben, zu besichtigen, zu behörigen dieser Tage in Berlin: einmal vom belgischen Komponisten Bernard Foccroulle an der Berliner Lindenoper, einmal von der britisch-deutschen Komponistin Rebecca Saunders an der Deutschen Oper in Charlottenburg. Beide auf […]

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