Veröffentlicht inThe Society of Music

Seid umschlungen, irgendwie [Post aus Wien #7]

Die Post aus Wien kommt heuer nur fast von da, nämlich aus der burgenländischen Mini-Metropole Eisenstadt, in der, nach dem bekannten Zitat des großen Haydn, er original werden musste. Ich liebe diesen Satz, deshalb kommt er hier einmal ganz: »Mein Fürst war mit allen meinen Arbeiten zufrieden, ich erhielt Beyfall, ich konnte als Chef eines […]

Veröffentlicht inHundert 11

Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Monddeck

Manchmal gibt es in der Welt der Oper (Wieder-)Begegnungen mit Inszenierungen, die alle leidigen Diskussionen über Regie-, Nichtregie- oder Regisseurstheater, über Werktreue oder Werkattentate vollkommen nichtig erscheinen lassen. So geht es mir mit Arbeiten von Ruth Berghaus, die bald dreißig Jahre tot ist. Im vergangenen Jahr verzauberte ihre Einrichtung von Rossinis Barbier von Sevilla von […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Eine Geschichte von Herrn K.

In Brechts bekanntester Geschichte von Herrn K. begrüßt ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hat, diesen mit den Worten, er habe sich gar nicht verändert, worauf K. erbleicht. Am Dortmunder Opernhaus wurde am Wochenende der Herr K. des deutschen Regietheaters gewürdigt: Intendant Heribert Germeshausen verband die sechste Ausgabe seines Wagner-Kosmos, bei dem tagsüber […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Wird Neues geschafft?

Das Wochenende habe ich, vier Tage hintereinander, mit Musiktheater verbracht. In der Kölner Philharmonie war Wagners Siegfried in historisch informierter Aufführungspraxis zu erleben, Kent Nagano dirigierte, es spielte das Dresdner Festspielorchester zusammen mit Concerto Köln, konzertant. An der Brüsseler Monnaie zeigen der Regisseur Rafael R. Villalobos und die Cappella Mediterranea des Alte-Musik-Spezialisten Leonardo García Alarcón […]

Veröffentlicht inHundert 11

Gusto aufs totale Liebestod-Weekend

Eine Reise ins schöne Lübeck lohnt musikalisch nicht nur wegen der bemerkenswerten Tristan und Isolde-Aufführungen, die dort seit der Premiere im Februar zu sehen sind. Jeweils am Vorabend von Richard Wagners großem Liebestoddrama läuft dort überdies, seit März, auch Frank Martins Tristan-et-Isôt-Version Der Zaubertrank (Le vin herbé). Nannte Wagner sein Werk schlicht »Handlung«, so bezeichnete […]

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»Die Klassik-Institutionen sind auf einem ganz falschen Weg, wenn sie ihr altes Publikum zum Problem erklären.«

Wolfgang M. Schmitt, Jahrgang 1988, ist vor allem mit seinem YouTube-Kanal Filmanalyse (seit 2011) bekannt geworden. Er schrieb und schreibt für diverse Magazine und Zeitungen. Schmitt ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt erschien aus seiner Feder – zusammen mit Ole Nymoen – das Buch Influencer. Die Ideologie der Werbekörper (2021). Mit besagtem Ole Nymoen betreibt der […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Ost.Ende. Blick aufs Meer

Grau. Endlos. Ewig. Dauernd bewegt und doch einfach da. Es sieht etwa aus wie das Meer, wie man es vom Strand von Ostende aus sieht. Darauf, in Milliarden Pixeln überwältigend realistisch projiziert, schaut Tristan, Insasse einer Heilanstalt, in der man sich vergeblich um ihn bemüht. Ihm ist ja nicht zu helfen. Er schaut seiner eigenen […]

Veröffentlicht inInterview

»Wie wäre ich drauf, wenn ich seit 30 Jahren bei jeder Probe nur ›leiser!‹ oder ›früher!‹ hören würde?«

Marie Jacquot wurde 1990 in Paris geboren. Zunächst studierte sie Posaune in ihrer Geburtsstadt, dann folgten Dirigierstudien in Wien und Weimar. Nach einer Assistenz bei Kirill Petrenko an der Bayerischen Staatsoper war Jacquot 2016 bis 2019 Erste Kapellmeisterin und Stellvertreterin des Generalmusikdirektors am Mainfranken Theater Würzburg. Eine weitere Station war die Deutsche Oper am Rhein […]

Veröffentlicht inHundert 11

Die Leuchte ist schon auf dem Recyclinghof

Ist es nicht eine generelle Schieflage, dass in der Welt der Oper andauernd über Premieren gesprochen und geschrieben wird und fast nie über Dernièren? Fließen denn nicht bei den Letztaufführungen langjähriger Inszenierungen viel mehr Tränen? Vor dankbarer Trauer bei denjenigen, denen die Arbeit etwas bedeutete. Und vor Freude bei denen, die sich darüber ärgerten. Und […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Man trägt wieder Flügelhelm

Am Sonntag Rheingold-Premiere an der Bayerischen Staatsoper, am Montag Rheingold-Premiere an der Mailänder Scala. Unter den Schreibenden schreiben sich ein paar länger schon die Finger wund, man solle Wagners Ring doch mal ein paar Jahre in Ruhe lassen, doch der Ruf verhallt. In Dortmund steht Peter Konwitschnys (überraschenderweise doch) erster Durchgang durch die Tetralogie vor […]

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