Text · Titelbild © HARALD HOFFMANN / DG · Datum 13.1.2016 Die tschechische Mezzosopranistin wirkt im Gespräch erst einmal zurückhaltend, leicht reserviert. Und wenn ich ihre Mimik richtig deute, schaut sie bei Fragen, die sie vielleicht umständlich oder besides the point findet, etwas skeptisch. Für eine Mutter von drei kleinen Kindern, die als Künstlerin trotz […]
Kategorie: Porträt
Manos Tsangaris
In seinen eigenen Worten: Der Ko-Leiter der Münchner Biennale für neues Musiktheater über homöopathische Kunst im Angesicht der medialisierten Welt.
Eine Generationenfrage
Seit dem Spätsommer 2014 ist Kevin John Edusei Chefdirigent der Münchner Symphoniker. Wir treffen uns in einem Café in Schwabing, an einem milchig-schönen Herbsttag. Er ist konzentriert, freundlich, klar. Im Verlauf unseres Gesprächs tauchen die wichtigen biografischen Stationen des gebürtigen Bielefelders auf: Edusei studierte Schlagzeug, Tonmeister und Dirigieren in Berlin und Den Haag. Das Studium […]
Komponieren für den Film
Vor 80 Jahren wurde Alfred Schnittke in Engels im heutigen Russland geboren. Er war einer der MEISTGESPIELTEN UND BEIM PUBLIKUM BELIEBTESTEN Komponisten seiner Zeit. Über sein weithin bekanntes Markenzeichen, den Polystilismus (»Wir sind fähig, in unterschiedlichen Zeiten zu leben«), hat er ein erratisches Werk hinterlassen, in dessen Vielfalt man sich verlieren kann. Als sich Schnittke 1984 von der Arbeit für den Film lossagte, hatte er bereits über 60 Filmmusiken komponiert. Für zwei Filme kehrte er Anfang der 1990er Jahre wieder zur Leinwand zurück. Neben seinem Sohn war auch der Dirigent Frank Strobel beteiligt. Er erinnert sich und stellt Momente aus Schnittkes Filmkomposition vor.
Die Unsichtbaren
Serena Malcangi »Am Abend bei der Vorstellung ist mein Arbeitsplatz das Kästchen unter der Bühne, kühlschrankgroß. Manche Regisseure wollen keinen Souffleurkasten und schlagen vor, dass man – wenn überhaupt – von der Seitenbühne aus souffliert. Aber von dort aus hören und sehen die Sänger die Souffleuse nicht gut. In der Souffliermuschel ist die Akustik optimal; […]
Alexei Ratmansky
Alexei Ratmansky ist der meistgefragte klassische Choreograf unserer Zeit. Sein Wohnsitz ist New York, wo er 2009 einen Vertrag als Hauschoreograf des American Ballet Theatre unterschrieb. Geboren vor sechsundvierzig Jahren in der Stadt, die heute wieder wie zu den Zeiten seines berühmtesten Vorgängers, Marius Petipa, St. Petersburg heißt, pendelt er zwischen Kopenhagen, San Francisco, Moskau und anderen Orten, in denen große, am klassischen Erbe und an seiner Zukunft interessierte Ballettkompanien arbeiten.
Ansichten einer Ungezähmten
Kurz vor der Pause macht sich Wut breit – die Wut von Patricia Kopatchinskaja. Ganz in Schwarz steht die Geigerin auf dem Podium, drückt den Bogen auf die Saite. Grell, qualvoll klingt der Ton in hoher Lage, er scheint zu fliehen, getrieben von Streichern, die der Solostimme zusetzen. Gezupfte Unerbittlichkeit in dreifachem Forte. Die Wut […]
Aller guten Leben sind drei
Prolog, 1995 Mit siebzehn erwarb ich eine Klassik-CD für 29,90 DM bei JPC im Bielefelder Jahnplatztunnel. Vom Cover blickte ein Cellist mit dem undurchdringlichen Hauch eines Lächelns: in schwarzer Kluft undefinierbaren Materials, mit grauen Schläfen und nach hinten gegelter glänzender Lockenmatte, die aussah wie Bandsalat. Ein Anblick zwischen byzantinischer Christus-Ikone und Frank Zappa. Der Cellist […]
