Veröffentlicht inHundert 11

Am Ende trotzt ein guter Stern

Der Engel der Geschichte, von dem Walter Benjamin schreibt, sieht erstaunlich putzig aus. Zumindest, wenn man den Blick mal unbefangen auf Paul Klees Angelus Novus wirft, jenes gut DIN-A-4-große Aquarell von 1920, das Benjamin gehörte und ihn zu seiner allegorischen Gestalt des Fortschritts als eines Sturms jenseits von Eden inspirierte: Es gibt ein Bild von […]

Veröffentlicht inInterview

»Es kann passieren, dass einen die Schönheit von Bach erst später im Leben trifft, wie ein Blitz.«

Masato Suzuki war beim Bach Collegium Japan erst Cembalist, mittlerweile leitet er das Ensemble und beerbt damit seinen Vater, Masaaki Suzuki, den Gründer des Ensembles, als Chefdirigent. Auch bei der kommenden Europatournee wird Masato Suzuki am Pult stehen. VAN: Das Bach Collegium Japan geht Ende des Monats auf Europatournee, unter anderem spielen Sie Ihre Vervollständigung […]

Veröffentlicht inKritik

»Einigermaßen überraschend war es für mich, Bachs Manuskripte an Wäscheleinen quer durch die Kantorenwohnung zu sehen.«

»Bach – ein Weihnachtswunder« – der Spielfilm steht seit dem 13. Dezember in der ARD-Mediathek und lief am Abend des 18. Dezember im Ersten zur Prime-Time. Mit riesigem Erfolg: 4,8 Millionen Zuschauer schalteten ein, Marktanteil von fast 20 Prozent, etwas mehr hatte nur die Tagesschau. Und noch viel besser: Bei den 14–40-jährigen war nur »TV […]

Veröffentlicht inHundert 11

Wie ein Konstrukt

Jeder konstruiert sich seinen Currentzis. Im Blick auf den schwarzgewandeten Bleichling scheinen mittlerweile keine Grautöne mehr möglich, nur noch Blackpainting versus Whitewashing. »Putinknecht, Geniefaker, Scharlatan« wütet es von der einen Seite, unter Beiseitefegung allen Zweifels, jeder Differenzierung, angestachelt durch Currentzis‘ schwer erträgliches Schweigen zu Russlands Krieg. Pah! Kunst und Politik müsse man »einfach trennen«, leiert […]

Veröffentlicht inHundert 11

1A alliterierend

Ja, das passt musikalisch und menschlich: Die Akademie für Alte Musik (aka Akamus) und der Countertenor Carlo Vistoli treten zum Beginn einer gemeinsamen Europareise im Berliner Konzerthaus auf. Von Lissabon bis Lausanne werden sie ihr Programm spielen, mit Musik von 1710 bis 1730 aus den drei großen L-Städten: London, Leipzig, Lagunenstadt. Vistoli, geboren in Lugo, […]

Veröffentlicht inRankings

Quartvorhaltsschleife, Alberti-Bass und Kadenz-Abschluss-Triller

Knisterndes Bonbonpapiergeräusch im schönsten Mahler-Pianissimo, Husten in die heilige Bruckner-Symphonie-Generalpause hinein, mitfilmende iPhone-Ignoranten beim Einsatz der berühmten Solistin in Tschaikowskys Violinkonzert: Viele Dinge der »Klassik-Szene« nerven. Aber wie schaut es eigentlich mit klassikimmanenten Phänomenen aus, mit Floskeln, die sich häufig interesselos wie von selber abspulen? Ein Ranking der zehn ausgelutschtesten Stilmittel Platz 10: Die Quintfall-Sequenz […]

Veröffentlicht inPlaylist

Flottes Adagio

Ich persönlich war nie ein Fan der langsamen Sätze von Symphonien oder Klaviersonaten. Die schnellen Ecksätze von Werken in Sonatenhauptsatzform oder Ähnlichem rockten für mich einfach mehr. »Ballern, ich wollte ballern!«, so sagte es mal jemand – ich glaube, es war ein Boxer. Mit zunehmendem Alter regiert allerdings zunehmend die Einsicht, man solle auch einmal […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Wenn nicht mehr viel geht: übers Abliefern

Irgendwo im Reich des Bösen muss es sein, wo sie solche Klingeltöne programmieren: eine Flasche, die eine lange, gefühlt endlose Pflasterstraße hinabkollert. Sowieso nicht schön, aber fatal, wenn sich das Klirren verbindet mit den intrikaten Doppeltrillern, die die Pianistin Hélène Grimaud eben in Busonis haarsträubend virtuoser Fantasie über Bachs Chaconne ausführt. Es ist das letzte, […]

Veröffentlicht inHundert 11

Zerschmetterer und Schmetterling

Das privat initiierte Klavierfestival Berlin, das derzeit stattfindet, hat seine Daseinsberechtigung im Mangel: Hier ist pianistisch zu erleben, was anderswo fehlt. Das gilt auch für das zweite und dritte von fünf Konzerten in diesem Jahr. Die Französin Lise de la Salle ist eigentlich weithin bekannt, aber in Berlin solistisch doch eine erstaunliche Seltenheit, wie viele […]

Veröffentlicht inHundert 11

Positivitätswalzend

Das Konzertleben ist eine Baustelle. Gerade in Berlin, wo es doch von allem so viel zu geben scheint, existieren bemerkenswerte Leerflächen. So kann es kommen, dass ein angesagter Pianist wie Alexander Krichel, der wenige Tage zuvor noch in der Elbphilharmonie zu erleben war, hierzustadt nicht etwa im Kammermusiksaal der Philharmonie auftritt, sondern im urigen Pianosalon […]

Verify your email

We'll send a verification code to .

Sign up for newsletters

Get the best of VAN Magazin directly in your email inbox.

Sending to:

Gift this article