Das Konzertleben ist eine Baustelle. Gerade in Berlin, wo es doch von allem so viel zu geben scheint, existieren bemerkenswerte Leerflächen. So kann es kommen, dass ein angesagter Pianist wie Alexander Krichel, der wenige Tage zuvor noch in der Elbphilharmonie zu erleben war, hierzustadt nicht etwa im Kammermusiksaal der Philharmonie auftritt, sondern im urigen Pianosalon Christophori: nördlich des S-Bahnrings im einst rauen Wedding. Das Ambiente könnte unterschiedlicher nicht sein: draußen kein schnieker Elbhafen, sondern die trüb rinnende Panke, drinnen statt optimiertem Hightech-Saal Werkstattatmosphäre mit zusammengerümpeltem Mobiliar, man wird persönlich begrüßt, darf Getränke statt hastig in der Pause mit an den Platz nehmen. Und der Eintritt kostet auch nur die Hälfte.
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