Irgendwo im Reich des Bösen muss es sein, wo sie solche Klingeltöne programmieren: eine Flasche, die eine lange, gefühlt endlose Pflasterstraße hinabkollert. Sowieso nicht schön, aber fatal, wenn sich das Klirren verbindet mit den intrikaten Doppeltrillern, die die Pianistin Hélène Grimaud eben in Busonis haarsträubend virtuoser Fantasie über Bachs Chaconne ausführt. Es ist das letzte, spektakulärste Stück eines deutschen BBBB-Programms, das mit Beethovens E-Dur-Sonate op. 109 und Brahms-Intermezzi und den Fantasien op. 116 begonnen hatte. Das Auditorio Nacional in Madrid war gut besucht, vielleicht etwas zu groß für die Intimitäten, um die es hier, »molto cantabile ed espressivo«, ja auch geht. Gehen sollte.


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…ist Musikjournalist und war bis 2023 Professor für Musik und Medien an der TU Dortmund, wo er den Studiengang Musikjournalismus leitete. Er ist im WDR und Deutschlandfunk zu hören und schreibt u. a. für Opernwelt und die FAZ. 2020 erschien sein Buch ›World Wide Wunderkammer. Ästhetische Erfahrung in der digitalen Revolution.‹