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So schmal! Am Schubert-Grat

Eine Kolumne soll eine Meinung haben; diese hier heute hat eine Ambivalenz, und das kommt so: Vor ziemlich genau einem Jahr wollte ich mich, bei einem Familienbesuch mit unter anderem einem damals Dreijährigen im Schubert-Geburtshaus im Wiener Alsergrund schon etwas über das rüde Disziplinarregime des aufpassenden Personals (»Hier wird nicht gelaufen!«) aufregen, vor allem aber […]

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Weiße Fahne, aber wer muss sich ergeben? (Post aus Wien #2)

Eins zwei drei, eins zwei drei. Nein, kein Walzertakt, sondern die innere Stimme am Morgen nach der österreichischen Nationalratswahl, bei der fast ein Drittel der stimmabgebenden Bevölkerung die rechtsradikale FPÖ und ihren Wannabe-Volks- und Festungskanzler Kickl gewählt hat. In Wien aber doch nicht! Man sucht Zeichen im Gesicht der lieben Wiener im Kaffeehaus oder bei […]

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Ausbemustert

Zuletzt hat Eleonore Büning, langjährige Vorsitzende des PdSK e.V., in VAN die Geschichte des Preises erzählt, die nun schon sechzig wechselvolle Jahre geht, verrückt. – Juror:in zu sein in dieser Kritikergesellschaft für den Preis der deutschen Schallplattenkritik, ist ein schönes, ziemlich aufwändiges Ehrenamt. Wenn man es ernst nimmt. Man sichtet, nominiert und votiert für einen […]

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Mahler-Verstörung

Bis zuletzt soll Gustav Mahler geändert haben an der Partitur seiner fünften Symphonie, zumal das Schlagwerk zurückgenommen. Vielleicht sind deshalb die Becken, die da nach der Trompetenfanfare am Anfang, über dem Tutti-Fortissimo fürs strahlende Finish sorgen, zwei Nummern kleiner als üblich im symphonischen Normalbetrieb. An diesem Abend, an dem das Mahler Academy Orchestra aus Bozen […]

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Cleveland im Goldenen Saal, Kickl ante portas (Post aus Wien)

Am Brucknergeburtstag, ausgerechnet, waren die Philharmoniker gar nicht zuhause in Wien, sie brachten ihr Ständchen, die Erste, mit Christian Thielemann im Wolkenturm von Grafenegg dar. Gleichfalls open air gab es eine Vierte im Geburtsort Ansfelden, mit dem Cleveland Orchestra und Franz Welser-Möst. Die Romantische dann nochmal im Musikverein, und endlich Schumanns Klavierkonzert und Tschaikowskys Fünfte. […]

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Gesänge der Jünglinge

Das mit dem »Radio Cologne Sound« steht in The Crying of Lot 49 von Thomas Pynchon, einem für seine enigmatischen Riesenromane und wohl auch für seine weitgehende Unsichtbarkeit verehrten Autors. In einer schummrigen Bar namens The Scope, nahe Los Angeles, trifft sich die kleine Gemeinde der »Elektroniker von Yoyodyne«. Es wird viel getrunken und etwas […]

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Was Bruckner hörte, wenn er Bruckner hörte

Dieses Musikgedenkjahr gehört eindeutig Anton Bruckner. Vom bald hundertfünfzigjährigen Arnold Schönberg ist nicht wirklich viel zu hören, selbst die Würdigungen des vor kurzem verstorbenen Wolfgang Rihm fand ich insgesamt merkwürdig verhalten. Aber Bruckner! Die lange und ziemlich illustre Reihe der Gesamteinspielungen wurde um noch ein paar CD-Boxen länger, es gibt Bruckner auf der Orgel oder […]

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Am Tellerrand der Oper

Man darf ein identifikatorisches Motiv vermuten: Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov hat ein Vier-Stunden-Stück über den russischen Regisseur Sergey Paradjanov (1924–1990) geschrieben. Unter Cineasten ist Paradjanov eine Größe, Filme wie Die Farbe des Granatapfels oder Schatten vergessener Ahnen gelten in ihrer surreal-poetischen Eigenart als Meilensteine des Arthouse-Kinos. Weil er für die Schönheit in einer hässlichen […]

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Beef in Geschichte und Gegenwart

Die Frage, ob Musik die Menschen besser mache, ist leider längst und ziemlich zweifelsfrei beantwortet: Nein. Punkt. Das ZEITmagazin brachte vor Monaten eine unterhaltsame, aber jedenfalls mir nicht ganz verständliche Geschichte über einen Streit zwischen den Hip-Hop-Stars Drake und Kendrick Lamar. Beide Männer des Wortes, letzterer sogar Pulitzerpreisträger, beide mit vielen Grammys im Regal, Geld […]

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Der Jonas

Sie waren aus New York rübergekommen, um eine Woche Opernfestspiele in München zu erleben, vor allem aber »den Jonas«, ihren Lieblingstenor, ein wenig bang, ob er, an diesem Abend als Stargast-Cavaradossi in der neuen Tosca-Inszenierung des Ungarn Kornél Mundruczó denn noch der alte sein würde. Die Nachrichten von einem Schumann-Liederabend ein paar Tage zuvor waren […]

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