Veröffentlicht inHundert 11

Ansteckende Heimatgefühle

Allseitiges Heimkehr-Empfinden, wenn Sir Simon Rattle die Berliner Philharmonie besucht. Vor allem, wenn er eines »seiner« Werke mitbringt, wie John Adams’ Harmonielehre. Dieses Mitte der 1980er entstandene Eklekto-Amalgam aus sogenanntem Minimalismus, sogenannter Spätromantik und sogenanntem Impressionismus (diese Etiketten sind ja ein Quark) ist ein Konzertsaal-Ereignis ersten Ranges – wenn es dem Publikum in Deutschland denn […]

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Seelenartikulation, die Seelen zerreißt

Es gibt solche Pianisten, die man immer wieder hören will, und solche, die man immer öfter hören sollte. Für die erste Kategorie hat man in der Hauptstadt vor allem die Klavierabende der Stiftung Berliner Philharmoniker oder auch der alteingesessenen Konzertdirektion Adler. Für die zweite Kategorie existiert seit 2012 das privat organisierte Berliner Klavierfestival, ein zuverlässiges […]

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Zeitreisen mit Rosen und Monden

Eigentlich (das heißt, wenn alles nach Plan liefe) könnte man sich beim DSO gerade ein bisschen wie auf Zeitreise ins paradiesische 19. Jahrhundert fühlen: jede Woche ein brandneues Klavierkonzert – welches darunter »von Dauer« sein wird, das weiß der Kuckuck, aber darum geht es nicht, sondern um das Existieren im Elixier. Aber weil fast nie […]

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Tante Frieda ein Fest

Programme müssten so sein, sagte der damalige Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin Marek Janowski vor dreizehn Jahren, »dass auch Tante Frieda ins Konzert kommt«. Den Gedanken würde man in unseren heutigen, empfindlicher gewordenen Zeiten wohl anders formulieren, zumindest Onkel Erwin würde man mitnennen. Aber Janowskis Argument bleibt ja gültig: »Intellektuelle programmatische Pirouetten dürfen nicht dazu führen, […]

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»Ich weiß nicht mal, was in Russland los ist.«

Im Zweifel für den Angeklagten: Dieser im Strafrecht verankerte Grundsatz gilt nicht in Kunstdingen. »Wie es wird, weiß man immer erst hinterher«, pflegte der große Kritiker Gerhard Rohde zu sagen, wenn ihm das Getratsche der Kollegen schon vor einer Premiere auf den Keks ging. Gut, dass mich ein anderer, nicht minder grimmiger Kollege, der sich […]

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Zerschmetterer und Schmetterling

Das privat initiierte Klavierfestival Berlin, das derzeit stattfindet, hat seine Daseinsberechtigung im Mangel: Hier ist pianistisch zu erleben, was anderswo fehlt. Das gilt auch für das zweite und dritte von fünf Konzerten in diesem Jahr. Die Französin Lise de la Salle ist eigentlich weithin bekannt, aber in Berlin solistisch doch eine erstaunliche Seltenheit, wie viele […]

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