Veröffentlicht inHundert 11

Besoffen durch Raum und Zeit

Auch in einer Stadt wie dem schönen, beschaulichen, schwierigen Görlitz schieben sich Räume und Zeiten ineinander, dass man ins Träumen und Schwindeln geraten kann. Prächtig wiederhergestellte Herrlichkeiten von Gotik bis Jugendstil liegen hier neben spürbaren Lücken und Tücken politischer Gegenwart, erneuertes Wundern neben alten Wunden; und entdeckt der Besucher dieser großartigen kleinen Stadt in der […]

Veröffentlicht inEssay

Bartók und Janáček an der Weggabelung zum Totalitarismus

In einer Zeit, in der das Habsburgerreich im Zerfall und eine neue Ordnung noch nicht in Sicht war, setzten sich zwei außergewöhnliche musikalische Werke mit Fragen auseinander, die heute im Zentrum unseres Verständnisses der politischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts stehen: Béla Bartóks Der holzgeschnitzte Prinz (1914–16) und Leoš Janáčeks Taras Bulba (1915–18) erlauben einen Blick […]

Veröffentlicht inHundert 11

Die Hussiten siegen beim Eishockey

Schnuppe, ob nun le parole oder la musica zuerst: Sprache spielt in jeder Oper eine wichtige Rolle, sonst wär’s ja Ballett, Sinfonische Dichtung oder irgendein schlanglanges Schlimpimpel. Aber es gibt Werke, bei denen die Sprache eine besonders herausragende Angelegenheit ist, ohne dabei doch irgendwie »über« der Musik zu stehen. In Kaija Saariahos Gegenwartsoper Innocence (aktuell […]

Veröffentlicht inInterview

»Sie haben mich gefragt, ob ich ihr Chefdirigent und Daddy werden will.«

»Sieh die Musik, hör den Tanz« Wenn ich in diesem Herbst die Tschechische Philharmonie höre, sowohl live beim Heimspiel im Prager Rudolfinum als auch auf den vielen neuen Aufnahmen mit dem derzeitigen Chefdirigenten Semyon Bychkov, kommt mir oft dieses Zitat des Choreografen George Balanchine in den Sinn. Was ist anders an ihren Interpretationen der Klassiker? […]

Veröffentlicht inKritik

Besser zu viel, als zu wenig

Sweet little sixteen – aber schon eine Hochdramatische. Männer umschwirr’n sie wie Motten das Licht. Es sind, um genau zu sein, sieben Männer, die innerhalb von knapp zwei Stunden von dieser geheimnisvollen Sängerin, Typ Schwarze Witwe, verbraucht werden: drei lyrische Tenöre, zwei sonore Bariton- und eine Basspartien sowie ein paillettenfunkelnder Operettentenor. Von dem Männerchor, der […]

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