Schnuppe, ob nun le parole oder la musica zuerst: Sprache spielt in jeder Oper eine wichtige Rolle, sonst wär’s ja Ballett, Sinfonische Dichtung oder irgendein schlanglanges Schlimpimpel. Aber es gibt Werke, bei denen die Sprache eine besonders herausragende Angelegenheit ist, ohne dabei doch irgendwie »über« der Musik zu stehen. In Kaija Saariahos Gegenwartsoper Innocence (aktuell zu erleben in Dresden und Gelsenkirchen) entspinnt sich alles Musikdrama aus einem babylonischen Gespinst von neun Sprachen. In Leoš Janáčeks Opern hingegen schmiegt sich aller Klang an die »natürliche« Melodie der tschechischen Sprache an; ja, Janáček lässt allen Klang und alle Musik überhaupt erst aus menschlichem Sprechen entstehen.
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