Veröffentlicht inHundert 11

Zeremonie der Nuancen

Dass manche Musikkritiker etwas ledrige Zeitgenossen sind, mag auch mit dem manchmal »sauren Amt« (Beckmesser) zu tun haben, aber auch wirklich jede Opernpremiere begutachten zu müssen. Probates Mittel zur Vorbeugung aller Verlederung: öfters Arbeiten wieder besuchen, die gestern gut waren, heute gut sind und morgen gut sein werden. Etwa Ruth Berghaus’ alte Inszenierung von Pelléas […]

Veröffentlicht inHundert 11

Mädel, was fangst du jetzt an?

Vom Anfang hängt alles ab; oder zumindest ziemlich viel. Am Anfang von Alban Bergs Oper Wozzeck entgegnet der Protagonist seinem Vorgesetzten gleich zweimal »Jawohl, Herr Hauptmann«, dann einmal »Schlimm, Herr Hauptmann, schlimm, Wind« und schließlich noch einmal »Jawohl, Herr Hauptmann«. Dreimal also dieses Untertanenwort Jawohl, in dessen bellend-unterwürfigem Sound für Dostojewski, in seinem Roman Der […]

Veröffentlicht inHundert 11

Als der Haderlump noch ritterlich war

Nicht gerade einfacher geworden, über Falstaff zu lachen in einer Zeit, in der ein moralloser Molch nicht in der Themse und im Spott landet, sondern beispielsweise Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird. Andererseits könnte einen dieser Falstaff natürlich auch anderer, vielleicht bloß vorgestellter Zeiten gemahnen, als Halunkerei und Ritterlichkeit einander nicht ausschlossen: einschließlich der […]

Verify your email

We'll send a verification code to .

Sign up for newsletters

Get the best of VAN Magazin directly in your email inbox.

Sending to:

Gift this article