Veröffentlicht inHundert 11

Zwickau und Kneifweh

Froh, weder Brahmsianer noch Musikwissenschaftler zu sein, um Robert Schumanns Violinkonzert nicht doof finden zu müssen (oder zumindest »problematisch«). Da muss man die mangelhafte motivisch-thematische Verarbeitung nicht reklamieren, sondern kann wohlig traurig werden an den sich verströmenden Wieder- und Wiederholungen des Kopfsatzes, in der sentimentalen Geistermelodik des langsamen Satzes oder dem unerhört unablässigen seligen Schunkeln […]

Veröffentlicht inInterview

»Also haben wir das Stroh ausgeräumt, die Scheune gereinigt und zu einem Konzertsaal umgebaut.«

Seit 2010 spielen die großen Namen der Klassikszene in einem Dorf in der Sächsischen Schweiz jedes Jahr für eine Handvoll Tage so gut wie umsonst. Der Grund? Die Musik Dmitri Schostakowitschs. Die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch haben sich als einziges regelmäßiges Festival für den Komponisten mittlerweile fest etabliert. Ich habe mit dem Mitbegründer und Künstlerischen […]

Veröffentlicht inHundert 11

Novembersonnig

November ist Brahmszeit. Natürlich existiert auch ein Brahms für jeden anderen Monat. Aber Wahrhaftigeres zum Totensonntag als Ein deutsches Requiem gibt es kaum; und die späten Klarinettensachen sind doch das Novembrigste, das sich denken lässt. Selbst wenn die Klarinette mal gar nicht vorkommt, wie in den Alternativfassungen der Sonaten Opus 120, die Brahms persönlich auch […]

Veröffentlicht inHundert 11

Et in America ego

Vielleicht ist – oder war? – »Amerika« für uns das, was im sechzehnten, siebzehnten, achtzehnten Jahrhundert »Arkadien« war: diffuse Utopie, auch wenn man’s irgendwo ansiedeln kann (etwa wie Goethe sein Ego-Arcadia in Italien). Nur eben mit rauen Cowboys und -girls statt heißen Hirten und schönen Schäferinnen. Insofern passt es, wenn beim diesjährigen Musikfest Berlin unter […]

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