»Als wären aus den Spitälern (…) alle Kranken in einem Graben beisammen, ein solcher Jammer war da, und ein solcher Gestank war da wie von verfaulenden Gliedern«, heißt es (übersetzt von Kurt Flasch) im 29. Gesang des Inferno, wo Dante im zehnten Höllenkreis die Geister von Fälschern »in seltsamen Bündeln dahinsiechen« lässt. Unbehagliches Terrain, allerdings […]
Schlagwort: Franz Liszt
Rudelbildung und Ratlosigkeit
Es gibt viele Arten, den Meeresboden des Repertoires aufzuwühlen. Zwei sehr gegensätzliche waren am vergangenen Wochenende zu erleben: Einerseits beim Orchester Stegreif, indem von Klassikern der Klassik ausgehend wild-frei drauflos gespielt wird. Andererseits mit Christian Thielemann, der ein paar Lieblingswerke hat, die einen berühmten Komponistennamen tragen, die aber nie eine Sau spielt – außer eben […]
Waldbrandszenen
Eigentlich wäre es ein guter Zeitpunkt für dieses Thema der Biennale der Berliner Philharmoniker – inmitten eines deprimierenden Wahlkampfs, in dem das Thema »Umwelt/Klima« skandalös abwesend ist, als wär’s blankes Gedöns (und als hätte die allseits aufwühlende »Migration« nicht auch viel damit zu tun). Andererseits tendieren diese kulturellen Beschäftigungen mit der »Bedrohung der Natur« öfter […]
Zerschmetterer und Schmetterling
Das privat initiierte Klavierfestival Berlin, das derzeit stattfindet, hat seine Daseinsberechtigung im Mangel: Hier ist pianistisch zu erleben, was anderswo fehlt. Das gilt auch für das zweite und dritte von fünf Konzerten in diesem Jahr. Die Französin Lise de la Salle ist eigentlich weithin bekannt, aber in Berlin solistisch doch eine erstaunliche Seltenheit, wie viele […]
