»Als wären aus den Spitälern (…) alle Kranken in einem Graben beisammen, ein solcher Jammer war da, und ein solcher Gestank war da wie von verfaulenden Gliedern«, heißt es (übersetzt von Kurt Flasch) im 29. Gesang des Inferno, wo Dante im zehnten Höllenkreis die Geister von Fälschern »in seltsamen Bündeln dahinsiechen« lässt. Unbehagliches Terrain, allerdings klanglicher Art, betritt man auch in Franz Liszts sogenannter Dante-Sonate. Spannender als das alberne Tritonus-Donnern, das dem Stück sein Rückgrat gibt und heutzutage unfreiwilliger Komik nicht entbehrt, sind harmonische Schwefelschwaden und auch luziferisch virtuose Toccatapassagen und Oktavkaskaden.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com