Unter allen großen Opernkomponisten ist Richard Strauss derjenige, der in der Spätblüte seines Schaffens doch die erstaunlichsten Ladenhüter fabriziert hat – über sage und schreibe zwei Jahrzehnte. Uns alle schaudert es bei Turandot, aber wen gänsehäutet es wohl bei Daphne? Falstaff beseligt uns, aber wen entzückt Capriccio? Parsifal fordert uns heraus, aber wen macht Die […]
Tag: Donald Runnicles
Stofftier, aus dem die Träume sind
Reiche haben besseren Sex als Arme, das ist eine der immerhin diskutierbaren Ideen, die man Strauss’/Hofmannsthals unmöglichem Giga-Werk Die Frau ohne Schatten entnehmen kann. Sorgenfrei besseres Vögeln bei denen da oben, zumindest bevor die fundamentale Sex-, Ehe- und Sinnkrise einsetzt. Anfangs singt die gespenstische Amme noch übers rege Kopulationsleben bei Kaisers: Die Nacht war nicht […]
Die Leuchte ist schon auf dem Recyclinghof
Ist es nicht eine generelle Schieflage, dass in der Welt der Oper andauernd über Premieren gesprochen und geschrieben wird und fast nie über Dernièren? Fließen denn nicht bei den Letztaufführungen langjähriger Inszenierungen viel mehr Tränen? Vor dankbarer Trauer bei denjenigen, denen die Arbeit etwas bedeutete. Und vor Freude bei denen, die sich darüber ärgerten. Und […]
Vögelnde Strauße, oiseaux tristes
Nicht um ein Nichts, ein gar Nichtiges, dreht es sich in diesem Stück, sondern um unsere Träume und Sehnsüchte in diesem uns zermürbenden, ertränkenden Alltag, der die Liebe abschleift zu nickligem, kein Ende mehr nehmendem Aneinanderhadern. Gibt es denn Traurigeres, wenn man so recht darüber nachdenkt? Der Ruf kompletter Belanglosigkeit freilich eilt dem selten bis […]
