Posted inHundert 11

Großgoldformat und mystisches Phlegma

Passt irgendwie zu diesem geduldigen Komponisten, dass einer der Höhepunkte seines Jubiläums sich erst im neunzehnten Monat des Gedenkjahrs ereignet. Denn die Musik des 1924 gestorbenen Gabriel Fauré eilt und drängelt niemals, sie pressiert nicht, rechtet nicht – sie fließt einfach konzentriert dahin. Eine liebenswerte Qualität, die ihren Urheber zugegeben nicht gerade zum Musiktheater prädestinierte. […]

Posted inKritik

Versemmelte Anfänge, verschobene Abschiede

Ein trantütiger ›Tristan‹ grenzt an Regieverbrauchertäuschung. Für einen quickfidelen ›Tannhäuser‹-Klassiker scheint sich der Publikumswunsch nach Lebensverlängerung zu erfüllen. Und die beste Promi-figura machen nicht Söder oder Roth, sondern Martha Argerich und Roberto Blanco: Bei den Bayreuther Festspielen 2024 gab’s wieder mal die ganze Palette. In Bayreuth gibt es keine Stille vor der Musik. Das ist […]

Posted inHundert 11

Anti-, halb- und vollwotanisch

Wer den überoperngroßen Ring des Nibelungen inszenieren will, dem kann es leicht wie Wotan ergehen: Ein kühner Entwurf zeitigt unabsehbare Folgen, und wenn man dann die Dramaturgiekundlerin fragt, »wie zu hemmen ein rollendes Rad«, ist es längst zu spät – man hat sich verzettelt. Andererseits, willensfaule Beschränkung auf biederes Weltendrama-Begleiten oder gar schnödes Illustrieren wäre […]

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