In dieser Playlist geht es um Stellen, nicht um ganze Werke! Darum hier nicht gesondert aufgeführt: Die 1824 zu Papier gebrachte Sonate in a für Arpeggione und Klavier von Franz Schubert. Der Arpeggione – diese sechsseitige Mischung von Violoncello und Gitarre – konnte sich nicht so richtig durchsetzen, weswegen die Schubert-Sonate fast nie auf einem Arpeggione zu hören ist, sondern meistens von Violine, Viola, Cello, Kontrabass oder Gitarre (plus Klavier) spielenden Menschen aufgeführt wird. Nun aber zur Top Ten der (fast) immer falsch gespielten Stellen.
Nr. 10: Die Oktobass-»Stelle« in Charles Gounods Cäcilienmesse
Charles Gounods (übrigens wunderschöne) Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile (kurz Cäcilienmesse genannt) von 1855 wird selten mit richtigem Oktobass besetzt, einer Art noch unhandlicherem, dreisaitigen Riesen-Kontrabass, den man mit Fingern gar nicht bespielen kann, zu groß, zu grob ist alles »geschreinert«. Man braucht Hebel, Bügel, um das Ding in seinen (knarzigen) Gang zu bringen. Quasi jede einzelne Schwingung lässt sich sehen! So langsam bewegen sich die schlackernden, schlotternden Saiten! Ein Streichinstrument mit pathologischem Riesenwuchs. Gounod setzt den Oktobass nur in dem Sanctus der Messe ein; dort, wo das Instrument »lediglich« Töne, die ohnehin im Orchester gespielt werden, nach unten hin verdoppelt.

