Vor einigen Jahren durchforstete die US-amerikanische Komponistin Ashley Fure die Archive des Darmstädter Musikinstituts, um das Geschlechterverhältnis bei den im Rahmen der Ferienkurse aufgeführten Kompositionen zu untersuchen. Das Ergebnis: In den sieben Jahrzehnten zwischen 1946 und 2014 stammte von insgesamt 4409 aufgeführten Stücken nicht einmal jedes zehnte von einer Frau. (Juana Zimmermann wies in VAN allerdings darauf hin, dass es unter den Kursteilnehmer:innen wesentlich mehr einflussreiche Frauen gab).
Ganz besonders finster sah es in Darmstadt in den Fünfziger und Sechziger Jahren aus: In den zwei Jahrzehnten standen 1174 Werke auf dem Programm, davon aber nur 8 von Komponistinnen. In zehn Jahrgängen wurde dabei überhaupt kein Stück einer Komponistin gespielt.

