Mit den 1930ern verbinden besonders die Europäer nicht viel Gutes, und auch für die Musik ist es das Jahrzehnt der Flucht und Vertreibung, teils schon des Verstummens. In diesem Jahrzehnt kamen aber auch außergewöhnlich viele Komponisten zur Welt, die für die Musik heute prägend sind und von denen sicher ein gutes Dutzend noch weitaus länger gespielt werden wird. Dazu gehören etwa Birtwistle, Gubaidulina, Lachenmann, Reich, Schnittke, Williams (ja doch, der Filmkomponist!) – und Aribert Reimann, geboren am 4. März 1936, der am 13. März 2024 in Berlin starb. In der auffallenden Ballung von Vielfalt und Begabung derjenigen, die in den 1950ern professionelle Komponisten wurden, ist er der sensible Psychologe, der Individuensucher, der Opernkomponist.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.