Was macht György Kurtágs Musik zu einer singulären Erscheinung des 20. Jahrhunderts? Und was für ein Mensch und welche Lebensgeschichte stecken dahinter? Ein Gespräch mit dem Bildhauer und Bühnenbildner Alexander Polzin, einem langjährigen Freund Kurtágs, und dem Dirigenten Titus Engel in den kargen Katakomben der Komischen Oper Berlin.

VAN: Alexander, du hast mir einmal erzählt, dass du Kurtág auf einem Empfang kennengelernt hast. Es fällt mir schwer, mir das vorzustellen, Kurtág und Empfangs-Small-Talk …
Alexander Polzin: Das war ja auch genau der Kennenlernpunkt. Nach einem Konzert von ihm in der Philharmonie gab es einen Empfang, das war relativ bald nach der Wende. Und es gab drei Personen in diesem knackevollen Raum, die sehr verloren dastanden, das waren Márta und György Kurtág und ich. Nicht nur, dass wir niemanden kannten, wir waren auch absolut ungeübt im Umgang mit so einem Anlass. Und da haben wir uns angeguckt und gegenseitig registriert, dass wir fremd sind in dieser Umgebung. Das war das Kennenlernen.

