Harry Vogt kommt mit dem Fahrrad, kurz vor Konzertbeginn. Er überquert die vielbefahrene Einfallstraße, an der Stadtbibliothek und Museum liegen, und kommt, wie durch ein Wunder, heil drüben an. Vielmehr, recte: die Ausfallstraße. So sollten in einer Ruhrpottstadt wie dieser, die nahtlos in die nächste übergeht, die mehrspurigen Schneisen, von denen sie durchzogen ist, unbedingt genannt werden. Denn wen immer man hier antrifft, stets hat man den Eindruck, er will nur raus und weg. Ausgenommen davon sind die Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt, die Ende April, Anfang Mai eintreffen. Dann verwandelt sich Witten in eine Festspielstadt, zumindest partiell, rund um den sogenannten »Saalbau«, der zwar äußerlich eine architektonische Schande ist, innerlich aber, akustisch, fast ein Juwel. 


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… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.