Am 8. Juni 1924 kam Helene Alexander (bald nur noch »Leni« genannt) in Breslau zur Welt. Aber schon 1927 (Leni war drei Jahre alt) zogen die Eltern mit ihr nach Hamburg. Mutter Ilse war eine angesehene Opernsängerin – bis ihr Ehemann sie an der Fortsetzung ihrer sängerischen Laufbahn hinderte. Offenbar war Max Alexander eifersüchtig oder bezeichnete aus anderen (gesellschaftlichen) Gründen das Auftreten seiner Ehefrau als Bühnenkünstlerin als »unschicklich«. Ilse Alexander musste sich fortan auf Oratorien- und Konzertgesang konzentrieren. Und nach dem Verbot von Veranstaltungen mit Beteiligung jüdischer Künstlerinnen und Künstler durfte Ilse Alexander ohnehin nur noch bei Konzerten des Jüdischen Kulturbundes auftreten. Bettina Frankenbach berichtet: »Leni Alexanders Familie war ursprünglich nicht religiös – dies änderte sich erst, nachdem ihre Mutter ein zweites Mal geheiratet hatte. Nach der Scheidung von Max Alexander hatte diese 1932 den Hamburger Rechtsanwalt Dr. Siegfried Urias geheiratet, der Vorsitzender der Baukommission des Tempels in der Oberstraße war (heute Rolf-Liebermann-Studio des NDR). Er brachte Leni Alexander den jüdischen Glauben nahe, und ihre jüdische Identität spielte mit zunehmendem Alter eine immer bedeutendere Rolle in ihrem Leben.«
... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben. Mehr von Arno Lücker

