Als die Wiener Philharmoniker im Oktober letzten Jahres für zwei Konzerte nach Hongkong fuhren, sollte zuhause niemand davon etwas erfahren: Das Gastspiel tauchte weder auf der Website noch den Social-Media-Kanälen des Orchesters auf. Man wolle es angesichts der politischen Situation »nicht an die große Glocke hängen«, teilte damals die Pressesprecherin mit. Anders nun bei den Lokalrivalen: Die Wiener Symphoniker brachen Ende Mai nach China auf, mit insgesamt sieben Konzerten in Beijing, Shanghai, Shenyang und Tianjin, und berichteten darüber, wie man es von Orchestern auf Asientournee gewohnt ist. Unter dem Hashtag #SYMPHONIKERONTOUR finden sich die handelsüblichen Reisebilder: begeistertes Publikum bei den Konzerten, begeisterte Orchestermitglieder auf der Chinesischen Mauer, begeisterter Dirigent Ádám Fischer in der Verbotenen Stadt. Schöne neue Welt. 


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com