Elektra ist wütend. So viel ist bekannt. Doch es ist mehr als nur Wut – sich windender und alles zerfressender Hass ist es, der Strauss’ Oper treibt: ein Psychothriller von der ersten bis zur letzten Minute. Die knappen zwei Stunden Elektra-Spieldauer lassen kaum eine Handinnenfläche trocken. Das Libretto Hugo von Hofmannsthals wartet mit einer überaus brutalen und blutigen Sprache auf, die in ihrer Eindringlichkeit kaum Parallelen in der Opernliteratur findet.
Agamemnon ist tot. Ermordet von seiner Frau Klytämnestra und ihrem neuen Ehemann Aeghist. Ermordet im Bad, offenbar vor den Augen der Tochter Elektra. Die vegetiert seitdem im Hof vor sich hin, lebt nur für den Hass, für den Gedanken an Rache.

