Salzburg ist schön wie eine Braut. Weiß, rosig, glücklich. Der Himmel weit und hoch, die Burg prangt, die Glocken läuten. So was färbt ab auf die Seele. Wenn die Pferdeäpfel dampfen, aber auch, wenn es Schnürln regnet und man nicht einmal mehr im Café Habakuk in der Linzergasse einen freien Tisch finden kann, geschweige denn im Bazar, weil alles vollgestopft ist mit sommerfrischlernden Mozartfans aus Japan, China, Italien, Russland oder sonstwoher, selbst dann bleibt man milde gestimmt und gut gelaunt. Zudem findet hier rund um die Hofstallgasse das übliche Klassentreffen statt mit Kritikern, Musikern und anderen Leuten, die ebenfalls zur arbeitenden Bevölkerung der Klassik-Blase zählen. Übers Jahr sind wir nur eine verstreute Minderheit von Einzelkämpfern, ohne nennenswerte Quote, ohne Lobby. In Salzburg dagegen: stark und wichtig. Auch das färbt natürlich ab, auf die Kritiken. Da ist es gut, sich das Ganze mal von oben anzugucken, von höherer Warte.


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… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.