»Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte Nr. 0–7«. Mit dieser im positiven Sinne provokanten Überschrift veröffentlichte Pianist Michael Korstick im Mai 2022 ein Album, auf dem sich eben nicht nur die bekannten fünf Klavierkonzerte Beethovens wiederfinden, also nicht »lediglich« die Nummern 1 C-Dur op. 15 (1795–1801), 2 B-Dur op. 19 (1788–1801), 3 c-Moll op. 37 (1800–1803), 4 G-Dur op. 58 (1804–1807) und 5 Es-Dur op. 73 (1809), sondern eben auch das 1784 entstandene »Werk ohne Opuszahl« (WoO 4, das Klavierkonzert Es-Dur), das von Beethoven 1808 persönlich zum D-Dur-Klavierkonzert op. 61a umgestaltete Violinkonzert op. 61 – und schließlich noch die (auf der Korstick-CD auch als »Klavierkonzert« verstandene) Chorfantasie c-Moll op. 80 (1809). Doch eine ganze Menge Beethoven-Klavierkonzerte! Die ikonischsten Einzelsätze aus dieser Reihe bleiben jedoch wohl das wahnsinnig beseelte, Freude schenkende Finale des vierten sowie die Außensätze des fünften Klavierkonzerts.
An seinem fünften Klavierkonzert schrieb Beethoven in der Zeit von Dezember 1808 bis April 1809. Und widmete es dem Erzherzog Rudolph von Österreich (1788–1831), der später ein waschechter katholischer Kardinal wurde. Der Erzherzog war zuvor nicht nur selbst Pianist und Komponist, sondern zugleich ein wichtiger Freund und Förderer Beethovens. Das häufig als »heroisch« bezeichnete Konzert (manche sagen »Emperor Concerto«) wurde von Erzherzog Rudolph persönlich uraufgeführt, am 13. Januar 1811 in einem halböffentlichen Konzert im Wiener Palais des Fürsten Joseph Lobkowitz.

