Es war für uns Klassiknerds einer dieser ikonischen Momente zu Zeiten der Harald-Schmidt-Show in Good Old Sat1. Harald Schmidt – der ehemalige Organist, der mit Playmobilfiguren Wagners Ring des Nibelungen erklärte, der Anne-Sophie Mutter 2009 in seiner Show am Klavier begleitete und 2020 im Podcast Am Tresen diesen Moment als den aufregendsten seiner Karriere bezeichnete – trat auf und erzählte unvermittelt irgendetwas über Franz Schubert, dem Schmidt an der Seite Herbert Feuersteins bereits in den 1990er Jahren in der Sendung Schmidteinander mittels des Absingens des Erlkönigs die Ehre erwiesen hatte. An der besagten Stelle sagte Schmidt so etwas wie: »Schubert, das ist auf dem Klavier immer so …« Dabei machte der Moderator mit den nach unten abgespreizten Fingern eine mehrfach hackende Bewegung und formte onomatopoetisch und haptisch-gestisch den von ihm so in der Erinnerung abgespeicherten Rhythmus des Beginns des ersten Satzes von Schuberts Klaviersonate D-Dur D 850 – »Taaa, ta, ta, ta, ta, ta!« Ganz sicher weiß ich noch, dass das mit dem besagten Sonatenbeginn rhythmisch nicht kongruent war. Dennoch glaube ich, dass er genau diesen Sonatenbeginn meinte. Und die Schizophrenien diesbezüglich kennen kein Ende.
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