Wenn in den letzten Jahren Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk geübt wurde, ging es zum Beispiel um Parallelstrukturen bei Fernsehprogrammen und Hörfunkwellen, zu hohe Intendant:innengehälter und Pensionsansprüche, teure Sportübertragungen, zu wenig Meinungsvielfalt, mangelnde Staatsferne, Korruption und Vetternwirtschaft, die Selbstbedienungsmentalität und eine zweifelhafte inhaltliche Qualität des Programms – schlechte Shows, schlechte Serien, schlechte Filme.
Worum es eher nicht ging: die Orchester, Chöre und Big Bands der Sender. Das liegt vermutlich nicht daran, dass eine Kritik an den Klangkörpern ein »Tabuthema« oder deren Existenz unbekannt wären. Wahrscheinlicher ist, dass selbst vielen Kritiker:innen des öffentlich-rechtliche Rundfunks andere Punkte wichtiger sind, oder dass es einen breiten Konsens darüber gibt, dass die Arbeit der Ensembles gut und wichtig ist und zum »Rundfunkauftrag« gehört.

