Mit Dirigentenkarrieren ist es ein bisschen wie mit Führerscheinen im Autowahnland Germanien: Ist die Lizenz erst da, gilt sie ohne weitere Überprüfung bis zum jüngsten Tag; gegebenenfalls hofft man auf Einsicht, und unter kritischen Umständen kann man von Glück sagen, wenn lediglich Blechschaden eintritt. Für junge Dirigenten ist es oft schwieriger. Da kann es passieren, dass nach einem schwierigen Konzert als kurzfristiger Einspringer eine schnell dahingeschriebene Konzertkritik in der Suchmaschine monatelang ganz oben erscheint; und wenn der Artikel sich dann noch hinter Bezahlschranke verbirgt (auch der Kritiker will ja von was leben) und vor ebenjener Schranke eine ruchlose Überschriftenredaktion ihres Amtes gewaltet hat, dann kann es einem auch mal ergehen wie dem 30-jährigen lettischen Dirigenten Aivis Greters, über den man bei Google sogleich auf den Satz stößt: »Ersatzdirigent lässt Klangbalance außer Kontrolle geraten«.
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