Mitten in den Trümmern von Berlin beginnt am 7. Februar 1946 der Rundfunk im amerikanischen Sektor, in der Abkürzung zuerst DIAS (Drahtfunk im amerikanischen Sektor), dann als RIAS sein Programm. Nur wenige Monate danach, am 15. November 1946 wird ein eigenes Orchester durch den RIAS gegründet.

VAN: Wo waren Sie zur Zeit der Orchestergründung?

Eberhard Wangemann: Ich war damals ein englischer Kriegsgefangener und befand mich in dem kleinen Ort Tönning in Schleswig-Holstein. Eines Tages kam ein Mann auf einem Fahrrad vorbei gefahren, der einen Cellokasten auf dem Rücken trug. Es war ein Cellist der Berliner Philharmoniker, der anhielt und mir erklärte, dass er mit ein paar anderen Musikern zusammen spielen würde, und ich solle ihm etwas auf der Geige zeigen. Er besorgte mir ein Instrument, auf dem ich zwei Tage üben konnte, um ihm dann etwas aus Bruchs Violinkonzert und ein paar Sätze von Bach vorzuspielen. Von da an habe ich einige Monate mit ihm zusammen in kleinen Programmen in den Gemeinden und in Krankenhäusern gespielt.


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