»Ich bin in Magdeburg 1681 den 14. Märtz gebohren, und den 17ten drauf Evangelisch-Lutherisch getaufft worden. Mein Vater, Henricus, war Prediger daselbst an der Kirche zum H. Geist, und starb 1685. den 17. Jenner, als er kaum 39. Jahr erlebet; ich aber noch nicht das vierte erreichet hatte. Meine Mutter, Maria, stammte gleichfalls von einem Pastore aus Altendorff, Johann Haltmeyer, her, und verblich 1710«, schrieb Georg Philipp Telemann dem Komponisten, Publizisten, Sänger, Mäzen und Chronisten Johann Mattheson (1681–1764). Dieser machte sich musikgeschichtlich dadurch verdient, dass er alle wichtigen Musiker seiner Zeit dazu aufforderte, ihm selbstverfasste Autobiographie-Notizen zu schicken. Die gesammelten Texte veröffentlichte Mattheson schließlich 1740 in Hamburg als Grundlage einer Ehren-Pforte mit dem Untertitel Woran der tüchtigsten Capellmeister, Componisten, Musikgelehrten, Tonkünstler etc. Leben, Werke, Verdienste etc. erscheinen sollen. Ausführlich schildert Telemann Mattheson des Weiteren den Verlauf seiner bisherigen Laufbahn bis zum damaligen Zeitpunkt.
Die wichtigste Biographie-Wegmarke für Telemann persönlich: 1721. In diesem Jahr wurde er zum Musikdirektor der fünf Hauptkirchen in Hamburg ernannt – und damit zum mit Abstand wichtigsten Musikfunktionär der Hansestadt. Gewissermaßen mitverantwortlich dafür ist eine Passionsmusik, allerdings nicht etwa eine Passion nach den Evangelien Matthäus oder Johannes, sondern eine kirchliche Komposition des Jahres 1716 auf einen Text des Dichters Barthold Heinrich Brockes (1680–1747). Telemann berichtet: »Zum prächtigen Freudenfeste, welches Franckfurt, wegen der Geburth des österreichischen Ertzhertzogs und Printzens von Asturien, feirete, (…) machte ich mich über das Meisterstück des Passions-Oratorio Sr. Hochweish. Herrn B. H. Brockes, Herrn des Raths in Hamburg: und hiernächst über dessen Vergnügung des Gehörs im Frühling, über eben desselben Wassermusik; welchen hernachmahls in Hamburg der Herbst und Winter folgeten.«

