In wenigen Tagen geht Stas Nevmerzhytskyi, Chefredakteur von The Claquers, einem ukrainischen Online-Magazin für klassische Musik, an die Front. Der Musikwissenschaftler und Alte-Musik-Spezialist (»Ich habe meinen Abschluss an der Nationalen Musikakademie in Kyjiw gemacht, die leider immer noch nach Tschaikowsky benannt ist«) gründete das Magazin, dessen Artikel auf Ukrainisch und Englisch (und gelegentlich auch auf Deutsch und Polnisch) erscheinen, im Juni 2020. Der Name beschreibt »eine Person, die bei einem Theaterstück oder einer anderen öffentlichen Aufführung bezahlten Applaus liefert« und reagiert so mit einem Augenzwinkern auf den Ruf von The Claquers, bei Kritiken kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Aber nicht nur das: Seit dem russischen Angriff auf die gesamte Ukraine ist die Zeitschrift zwangsläufig zu einem Medium der Kriegsberichterstattung geworden. (Tetiana Novytska, die bei The Claquers eine erschütternde Geschichte über die Erfahrungen eines ukrainischen Musikers in russischer Gefangenschaft veröffentlicht hat, wird Nevmerzhytskyi als Chefredakteurin ablösen.) Ich spreche mit Nevmerzhytskyi via Zoom über die frühe »Arroganz« des Magazins, die wichtigen Unterschiede zwischen ukrainischer und russischer Musik und seine Entscheidung, an die Front zu gehen. Les Vynogradov dolmetschte während des Gesprächs.


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... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.