Einige Kulturschaffende verspüren in der Corona-Krise ein Unbehagen darüber, dass die Kunst in der Diskussion um Schließungen, Hilfspakete und Öffnungen zu kurz kommt. Viele arbeiten sich dabei ab an dem Begriff der ›Systemrelevanz‹. In der Frühphase der Pandemie bezog sich dieser auf Berufe, die eine ›kritische Infrastruktur‹ aufrecht erhalten sollten  – Supermarktpersonal, Polizei, Feuerwehr, Fachkräfte in medizinischen und pflegerischen Berufen, Energieversorgung, Kinderbetreuung. Dieser Zuschnitt entsprach einer allgemeinen Wahrnehmungsverschiebung, nach der es im Angesicht existentieller Bedrohung zunächst auf eine Sicherung der Daseinsvorsorge ankomme. Während der Begriff in der Finanzkrise noch für die Notwendigkeit einer Rettung von Banken verwendet wurde, die ›too big to fail‹ waren, rückten auf einmal oft geringgeschätzte Berufe in die öffentliche Wahrnehmung. Dabei fiel auf, dass ›systemrelevant‹ nicht unbedingt gut bezahlt und gesellschaftlich gewertschätzt bedeutet.


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und London und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com