Das wird jetzt der heikelste Moment während dieses Mahler-Festivals am Leipziger Gewandhaus, das Trompetensolo zu Beginn der 5. Symphonie. »Nach Art der Militärfanfaren« zu spielen, Anfangston cis. Und wenn jemand denkt: »Wie kann er wissen, dass es der heikelste Moment ist, das Festival ist doch gerade mal zur Hälfte rum, 7 der 10 Symphonien werden erst noch gespielt?«, dann seien folgende Gedanken als Beweismittel angeführt:

Bereits am nur leicht fortgeschrittenen Mittag hatte einer der Mahler-Freaks, die man während eines Festivals so trifft, gesagt: »Ob der Solo-Trompeter nervös ist?« Und da hat ganz sicher nicht nur dieser Konzertbesucher schon vorab mitgefiebert, sondern es haben alle ca. 2.000 Menschen so gedacht, die abends ins Gewandhaus gehen würden, um das Koninklijk Concertgebouworkest – »die Amsterdamer« – zu hören, zu erleben. Denn jeder kennt Mahlers 5., und jeder kennt die Trompetenfanfare am Anfang, und fast jeder weiß, dass sie sehr schwer zu spielen sein muss. In die Stille des Konzertsaals hinein, Fanfarenstöße, präzise und klar; »verflixt schwer«, wie der Dirigent Jonathan Stark in seinem Blog schreibt.


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… ist Redakteur der wochentaz in Berlin und lebt in Oldenburg. Er nimmt Trompetenunterricht, nur um das Posthorn-Solo irgendwann selbst spielen zu können, die ersten Takte kriegt er jetzt schon einigermaßen hin. Sein Lehrer ist ein Schüler Reinhold Friedrichs.