Was ist ein »Concerto grosso«? – »Ein ›Concerto grosso‹ ist ein großes Konzert!« – wie der Moderator, Schauspieler und Comedian Florentin Will im Podcast Das Podcast Ufo (mit Netflix-Autor Stefan Titze zusammen) in Folge 8 (17. Februar 2015, ab Minute 50.45) einmal sagte, beziehungsweise: sich in dieser Weise an die – etwas sehr pauschale – Antwort eines Mitschülers im gymnasialen Musikunterricht erinnerte.
So ganz falsch ist die Antwort ja nicht. Es geht schon um das große Ganze. (Na ja, um die kleinen Ding aber auch …). Das große Auftrumpfen. Große Virtuosität. Und es sind eben verhältnismäßig »viele« dran beteiligt, an so einem barocken »Großen Konzert«. Eine Gattung, bei der eine Solisten-Gruppe dem Tutti gegenübersteht: Es geht um einen kreativen »Streit« (concertare = streiten), um das virtuose Mit- und Gegeneinander von »kleiner« und »großer Gruppe«. Der Italiener Arcangelo Corelli gilt als erster Meister dieser Gattung (auch Torelli und Geminiani darf man dabei nicht vergessen). 1714 erschienen Corellis legendäre Concerto-Grosso-Taten. Und Händel selbst reiste nach Italien, um Corelli und dessen Concerti grossi kennenzulernen. Eine prägende Erfahrung, aus der heraus 1739 in London seine ganz eigenen Concerti grossi entstanden (hier der Link zu den Noten, zum Mitlesen).

