Ich treffe den Wiener Pianisten Rudolf Buchbinder in seinem Künstlerzimmer in der Alten Oper in Frankfurt, wo er sein Diabelli Project Programm spielt: in der ersten Hälfte zeitgenössische (Jörg Widmann, Lera Auerbach, Max Richter, Toshio Hosokawa) und ältere, aber weniger bekannte Variationen (Liszt, Czerny, Schubert) des kurzen, etwas banalen Walzers; in der zweiten Hälfte den berühmten Zyklus von Beethoven. Der bald 75-jährige Pianist trägt ein weißes Hemd mit dem Monogramm RB und spricht in langsamen, nachdenklichen Sätzen. Trotz seiner angenehm altmodischen Erscheinung möchte Buchbinder »mit fünfundachtzig genauso schlimm und lausbübisch sein wie mit fünfzehn«.
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