Wer durch das reiche Material klickt, das im Netz über die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts informiert, gewinnt bald ein erfreulich klares Bild. Auf eine spätromantische Übergangsphase, so erfährt man, folgte um 1910 eine Krise der Dur-Moll-Tonalität, die vor allem drei Reaktionen hervorgerufen habe: die Auflösung dieser Tonalität (Avantgarde), ihre Verfremdung durch Rückgriff auf Musik des 18. Jahrhunderts (Neoklassik) oder ihre Erweiterung durch bislang unübliches ethnisches Klangmaterial (Folklorismus). Diktatur und Zweiter Weltkrieg hätten die natürliche Entwicklung etwas aufgehalten, doch habe man nach 1945 wieder daran anschließen können, sodass die serielle Musik über die Aleatorik, die Minimal Music und die Neue Einfachheit ungestört in die Postmoderne münden konnte.


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… habilitierte sich mit der Studie Musik in zwei Diktaturen. Verfolgung von Komponisten unter Hitler und Stalin (2003) an der Universität Hamburg. Heute ist er Professor für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Arbeitsgebiete liegen in der Musikgeschichte vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie in der Musik und Musikästhetik der griechisch-römischen Antike und ihrer Rezeption. Schwerpunkte bilden die vergleichende Forschung zur Musik in...