April 2016 in den Regalen der Staatsbibliothek zu Berlin: Es sind unzählige Mappen, Kisten und Notenbände. Ungefähr 360 Autographe und Manuskripte, über 9000 Briefe, davon 1500 von Busoni, ungefähr 500 Fotos. Programmhefte, handschriftliche Manuskripte zu seinen theoretischen Schriften, biographisches Material wie Zeugnisse aus der Kindheit und aus seiner Ausbildungszeit, Material von den Eltern – es ist der Nachlass von Ferruccio Busoni (1866 – 1924), in dem Marina Gordienko nach geeigneten Stücken für die Ausstellung  zum 150. Geburtstag sucht. Die Sache ist komplex – weil er in vielen Bereichen der Musik unterwegs war. Auf einer Berliner Erinnerungstafel am Viktoria-Luise-Platz, Hausnummer 11, steht »Musiker, Denker und Lehrer«. Etwas genauer? Er war Pianist, Dirigent, Komponist, musikalischer Vordenker. Hier berichten wir über das Wunderkind, den Reisenden, den Ehemann, den Illustrator, Dichter, Herausgeber, Netzwerker / Kurator, Erfinder.Marina Gordienko holt ein Blatt hervor, auf dem ein Brief aus edlem Papier geklebt ist – eine geschwungene Handschrift richtet sich an die Mutter des Elfjährigen, Anna Weiss-Busoni. Es ist Franz Liszt persönlich, der um einen Besuch bittet: »Wollen Sie so freundlich sein, ihn mir vorzustellen, Montag früh, 11 Uhr. Mit ausgezeichneter Achtung. Ergebendst Franz Liszt«.


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