Ist die Herausbildung von neuen Klassikern eine Lebensbedingung für Klassik überhaupt? Was die Oper angeht, kann einen bedenklich stimmen, wie selten eines der neuen Werke, die ja geflissentlich in Auftrag gegeben werden, nach der Uraufführung anderswo wieder gespielt wird. Oder gar von leidenschaftlichen Operngängern, auf die es doch unbedingt ankäme, wieder und wieder gehört werden will. Im Bereich der neuen Konzertmusik gibt es immerhin manches, was sich in den Wunschohren des Publikums festgesetzt hat. Auch in kleinen Formaten: Eines der kammermusikalischen Werke, das zuverlässig seine Liebhaber anlockt, sind György Kurtágs umwerfende Kafka-Fragmente von 1985 bis 87, die am zweiten Tag des diesjährigen Ultraschall in Berlin zu hören waren, dem traditionellen Vor-Berlinale-Festival für Neue Musik von Deutschlandfunk Kultur und jenem rbb-Sender, der alle paar Jahre irgendwie anders heißt (aktuell »radio3«).


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com