Wenn von Diversität in der Klassik die Rede ist, dann geht es oft um ethnische Herkunft, Gender oder Alter. Noch weniger divers ist allerdings die sozioökonomische Herkunft, wie aktuelle Studien belegen.

Kaum ein Monat vergeht, in dem uns nicht eine neue Studie vor Augen führt, wie desaströs es um das Thema Bildungsgerechtigkeit in Deutschland bestellt ist. Gestern war es der ifo-Chancenmonitor. »Die entscheidenden Faktoren für die Bildungschancen von Kindern in Deutschland sind Bildung und Einkommen der Eltern«, fasste Ludger Wößmann, Leiter der Studie und des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, die Ergebnisse zusammen. Nur 21 Prozent der Kinder, deren Eltern beide kein Abitur haben und zusammen weniger als 2.600 Euro netto im Monat verdienen, besuchen demnach das Gymnasium. Bei Kindern, deren Eltern Abitur und ein Haushaltseinkommen von mehr als 5.500 Euro netto haben, sind es 80 Prozent. Die ungleichen Chancen beim Schulbesuch beeinflussen wiederum massiv den weiteren Lebensweg der Kinder, da das Abitur alle weiterführenden Bildungswege öffnet und somit über Berufsaussichten entscheidet. Die Studienautorinnen verweisen zudem auf Studien, die einen Zusammenhang zwischen höherer Bildung und späterem Einkommen, Lebenszufriedenheit und erwarteter Lebensdauer herstellen. 


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