Ein moderner Flügel hat meistens zwei, manchmal drei Pedale. Das am häufigsten verwendete Pedal befindet sich ganz rechts. Das Fortepedal. Die Dämpfung aller Saiten wird damit aufgehoben. Sie schwingen frei vor sich hin. Spielt man bei gedrücktem Fortepedal einfach weiter, so verschwimmt der Klang. Alles versappscht ineinander. Kann schön sein. Muss aber nicht.
Meistens jedoch ist das Fortepedal Klangverstärker, Farbgeber oder Hilfsmittel zur Überbrückung von großen Sprüngen oder sogar Tretmodul zur Vertuschung technischer Mängel der Interpretierenden; wenn etwa viele Töne innerhalb sehr kurzer Momente auf der gesamten Klaviatur verstreut gespielt werden sollen – und man womöglich in komplizierte Kalamitäten gerät.
Doch: Ein paar führende Pianistinnen und Pianisten der jüngeren, mittleren Generation reden in letzter Zeit häufiger darüber, mit wenig oder sogar ganz ohne Pedal zu spielen. Auf einem modernen Flügel! Ist das überhaupt ein »Trend«? Welche Stücke könnte man denn ohne das Fortepedal spielen? Oder ist das Ganze einfach nur absurd? (Denn schließlich ist das Fortepedal: da. Und das nicht erst seit gestern.) Arno Lücker begibt sich auf die Suche nach Antworten – und hat mit den drei Pianist:innen Schaghajegh Nosrati (* 1989), Herbert Schuch (* 1979) und Martin Helmchen (* 1982) darüber gesprochen.
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