»Ja, mei« ist die alpenländische Antwort auf die großen und kleinen Katastrophen der Mitmenschheit. Die zwei Silben können je nach Betonungsverschiebung Träger von Mitleid und Verständnis, aber auch von hilfloser Anteilnahme sein. Dabei – und das ist für Bayerisches ja wirklich eine Besonderheit – schwingt im Kontrast zum hochdeutschen »Tja« nicht nur phonetisch eine zusätzliche Prise empathisches Weichsein mit.
Es geschieht selten, dass ein Festival sich mit entschlossener Radikalität nur zwei Künstler:innen widmet. Beim Festival Ja, Mai der Bayerischen Staatsoper füllt man so in knapp einem Dutzend verschiedener Formate ganze zehn Tage des hochsommerlich auslaufenden Wonnemonats. Georg Friedrich Haas und Händl Klaus stehen als kongeniales Duo von Komponist & Autor nicht nur im Mittelpunkt, sondern genauso im Rahmen- und Randprogramm: Zwei Opern, vier Filme, zwei Konzerte, Lesungen, Vorträge und Gespräche finden munter verteilt auf das Münchener Stadtgebiet statt.

